Interview mit Jana Kusick, Managing Director bei plista

jana-kusickJana Kusick,  Managing Director plista, im Interview über Native Advertising

 

1.    Welche Ziele muss ich als Publisher/Vermarkter/Agentur setzen, um mit Native Advertising langfristig erfolgreich zu sein?

Eine gute Content-Marketing-Strategie ist für ein erfolgreiches Bestehen auf dem Markt besonders wichtig. Um hochwertige Inhalte generieren zu können, sollten Informationen über die Zielgruppe eingeholt werden. Auch Abverkauf oder Expertenpositionierung spielen eine zentrale Rolle, um langfristig erfolgreich zu sein.

2.    Inwiefern kann Native Advertising helfen, dass die Digitalbranche dem Dilemma der TKP-Preisspirale bei klassischen Display-Ads entkommen kann?

Native Ads werden die Display Ads nicht abschaffen, vielmehr wird eine Koexistenz entstehen, die das jeweils andere Werbemittel vorteilhaft ergänzt.

3.    Was braucht es, damit ein Unternehmen vollständig auf Native Advertising umsattelt und sich von klassischen Online-Werbemaßnahmen verabschiedet?

Ein gutes Kreativmanagement für einzigartigen Content auf den verschiedenen Plattformen kann dabei helfen, auf Native Advertising umzusatteln. Dabei ist es entscheidend, relevanten, glaubhaften und wertvollen Content zu erstellen. Dieser sollte eine virale Nutzung ermöglichen, denn Native Ads werden zu 32% über Social Media geteilt. Im Vergleich dazu liegt der Wert bei Banner Ads nur bei 19% (IPG Media Lab). Unternehmen sollten sich jedoch bewusst sein, dass der Aufbau von User Trust durch Native Advertising ein langfristiger Prozess ist, der konsequenten Willen für die Investition in Native Advertising erfordert.

4.    Für welche Marken eignet sich Native Advertising – und für welche nicht?

Native Advertising eignet sich für alle Marken, die verstärkt auf Branding setzen und durch ihren interessanten Content Kundenloyalität erzielen möchten. Weiterhin können Marken mit einer Website im Responsive Design von Native Ads profitieren, da diese auch im Mobilbereich sehr gut performen. Geeignet ist Native Advertising außerdem für Marken, deren Ziel nicht ausschließlich die Animation zum Kauf ist. Auch um den Nutzer in die „richtige Richtung“ zu lenken und zu beraten, eignet sich diese Werbeform.

5.    Welche Faktoren begünstigen Native Advertising?

Ein  passendes redaktionelles Umfeld ist sehr wichtig im Native Advertising. Ebenso Teaser und Inhalte, die mit dem übereinstimmen, was dem User versprochen wurde. Des Weiteren erhöht hochqualitativer Content die Chance, erneut geklickt zu werden.

6.    Welche Do’s and Don’ts gilt es bei Native Advertising zu beachten?

Um Native Advertising erfolgreich umzusetzen, sollte dem User ein Mehrwert geboten werden. Dabei sollten die Ads zum redaktionellen Inhalt passen und gekennzeichnet sein. Außerdem ist es ideal, wenn sie Consumer Engagement hervorrufen und Teil einer guten Content-Strategie sind.

Vermieden werden sollte in diesem Zusammenhang, dass das Produkt oder die Marke zu sehr in den Vordergrund gestellt werden. Auch sollten im Teaser keine Versprechungen gemacht werden, die im Content nicht gehalten werden. Weiterhin ist es für die Content Creation wichtig, die Zielgruppe nicht außer Acht zu lassen.

7.    Welche Erwartungshaltung haben die Nutzer bei Native Advertising? Welche Rolle spielt dabei Akzeptanz und was führt zu Reaktanz?

Erwartet werden Inhalte mit Mehrwert im passenden redaktionellen Umfeld sowie unterhaltsamer und informativer Content. Ebenso erwarten Nutzer eine Kennzeichnung von Native Ads.

Reaktanz wiederum erzeugen aufdringliche Werbung und Inhalte, die im Teaser anders angekündigt wurden oder nicht zum redaktionellen Umfeld passen.

8.    Wirken Native Ads tatsächlich?

Die Studie „Native experience – ad content in context“ hat ergeben, dass sich Desktop Nutzer 13% häufiger an Native Ads als an Display Ads erinnern. Mobile Nutzer erinnern sich sogar 19% häufiger. Des Weiteren erzielen Mobile Native Ads 6mal höhere Conversions im Vergleich zu Display Ads.

9.    Welche Hürden muss Native Advertising in Deutschland überwinden?

Im Vergleich zu den Text-/Bildkombinationen der klassischen Werbeformate braucht Native Advertising sehr viel mehr: Gute Algorithmen, die den User an den für ihn relevanten Content führen, Technologien zur automatischen Optimierung der Inhalte und eine Erfolgsanalyse. Neben einfachen Texten ist ein gutes Storytelling bei der Umsetzung wichtig. Darüber hinaus wird es immer mehr zur Herausforderung, den vielen Content zu kuratieren und themenspezifisch zu ordnen. Neue Formate wie das Content Hub helfen dabei, müssen sich aber noch etablieren.

10.    Wenn Sie die Medienwelt im Jahr 2020 beschreiben würden, welche Rolle wird Native Advertising für die Erlöse/Umsätze der Publisher/Verlage/Medienunternehmen/Websitebetreiber einnehmen?

Native Advertising wird aufgrund von wachsender Banner Blindness und spezifischerem Targeting eine zentrale Rolle im Desktop- und Mobile-Bereich einnehmen.

Wir danken Jana Kusick für das Interview und freuen uns auf ihren Vortrag auf dem Native Ads Camp am 10. März 2016.

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