23
Jan

Native Advertising hat großes Potential für Medienhäuser

Verleger sind nicht nur mit sinkenden Printauflagen konfrontiert, auch online schrumpfen die Werbeeinnahmen durch die vermehrte Nutzung von Adblockern.
Mit Native Advertising wollen viele Verlage nun eine neue Werbeform ausprobieren, die nicht nur sichere Onlineeinnahmen verspricht, sondern auch von den Lesern akzeptiert wird.
Die Madsack Verlagsgruppe ist das viertgrößte Verlagshaus Deutschlands und hat sich auf die Vermarktung von starken regionalen und lokalen Medien spezialisiert. Rolf Grummel ist hier Leiter B2B-Marketing und verrät im Interview, welche Auswirklungen Native Advertising auf das Onlinegeschäft von Madsack hat und wie die Leser auf diese neue Werbeform reagieren.

Rolf Grummel, Leitung B2B-Marketing, Madsack Verlagsgruppe

Seeding Alliance: Welche Bedeutung hat Native Advertising für regionale und lokale Medien in der heutigen Zeit und welche Rolle könnte Native Advertising in Zukunft im Verlagswesen spielen?

Rolf Grummel: Native Advertising ist ein Werbeformat mit großem Potenzial für Medienhäuser. Hochwertig aufbereitet, kann Native Advertising dem Leser einen tatsächlichen Mehrwert und dem Werbekunden sehr hohe Klickrate bieten.
Die Verlage bekommen die Option im Stil ihrer redaktionellen Inhalte zu werben und behalten ein einheitliches und somit seriöses Layout bei. Werbende können punktuell und unaufdringlich potenzielle Kunden ansprechen und Nutzer werden weniger in ihrem Lesefluss gestört.
Native Advertising bringt also viele Voraussetzungen mit, um sich als das Werbemittel der Wahl auf den Verlagswebseiten durchzusetzen.

Seeding Alliance: Wie kommt der Einsatz von Native Advertising bei Ihren Lesern an?

Rolf Grummel: Viele Nutzer fühlen sich durch die althergebrachten Bannerwerbungen gestört und ignorieren bzw. blockieren sie. Dieser Entwicklung müssen sich auch die Verlage stellen, die ihren Lesern einen seriösen Auftritt, trotz der immer wichtiger werdenden Onlineerlöse, bieten wollen.
Für Nachrichtenportale, die von ihrer Seriosität leben, gilt dies in besonderem Maße.
Native Advertising ist hier die passende Werbeform, die bei gutem Marketing auch einen gerngesehenen Mehrwert für die Leser bietet.
Kunden erkennen hier zwar eine Werbemaßnahme, doch die Klickraten sprechen für sich. Hinzu kommt eine sehr zufriedenstellende Verweildauer der Nutzer, die den Aufrufen von redaktionellen Artikeln entspricht. Wir bei Madsack merken deutlich die gesteigerte Bereitschaft unserer Leser, sich mit Werbekampagnen auseinanderzusetzen, die unaufdringlich und gleichzeitig informativ sind.

Seeding Alliance: In den kommenden Jahren wird Ihre Leserschaft vermehrt aus Millennials bestehen, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind. Was ist Ihre Strategie, um die junge Zielgruppe auch weiterhin für die Medien von MADSACK begeistern zu können?

Rolf Grummel: Mit Sicht auf die Vermarktung ist die Usability sicher einer der wichtigsten Faktoren, um junge Nutzer anzusprechen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den mobilen Plattformen, für die es grundsätzlich noch mehr innovative Werbeformate geben muss. Kampagnen müssen sich auf jedem Kanal unaufdringlich, nahtlos und vor allem ohne Verzögerungen einpassen. Millennials sind es gewohnt Werbung zu erhalten, die auf ihr Nutzerverhalten zugeschnitten sind.
Das bessere Kennenlernen junger Leser ist daher ein weiterer wichtiger Punkt, der im Fokus von Verlagen stehen sollte. Kampagnen müssen zudem noch gezielter einzelne Vorlieben treffen. Im besten Fall mit lokalem Bezug, denn eine Vorliebe der Millennials, die sich auf den Webportalen ihrer Tageszeitung aufhalten, ist Lokalität.

 

Leave a Reply