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Nov

„Es wird einen Paradigmenwechsel geben“

Die Zukunft des Online-Marketings liegt im Native Advertising. Davon ist Ingo Kahnt, Managing Director der Düsseldorfer Agentur Newcast, überzeugt. Wie genau er sich diese Zukunft vorstellt, hat er uns verraten.

Ingo Kahnt, Managing Partner, Performics-Newcast GmbH

Ingo Kahnt, Managing Partner, Performics-Newcast GmbH

Seeding Alliance: Wie können Werbetreibende durch Native Advertising langfristig profitieren?
Ingo Kahnt: In Zeiten immer größerer Werbeverweigerung und sinkenden Clickraten, ist Native Advertising genau die notwendige Lösung, um relevante Markenbotschaften zu distribuieren. Dabei muss man jedoch unbedingt beachten, dass die Nutzung des Kanals alleine nur ein Teil des Erfolges ist. Der andere Teil wird von der Wahl der relevanten Themen beeinflusst. Hier haben sich insbesondere datenbasierte Themenfindungsmodelle bewährt.

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Datenbasierte Themenfindungsmodelle werden dabei nicht einfach nur Retargeting-Maßnahmen sein. Die Zukunft setzt auf weitaus intelligentere Maßnahmen. Dynamische Inhalte sind weiterhin wichtig, allerdings in Kombination mit programmatischer Auslieferung. Bereits in zwei Jahren soll es so möglich sein, auf die individuellen Entscheidungsprozesse eines Nutzers ohne Zeitverzug einzugehen. Der Akzeptanz von Native Advertising wird dies wohl nicht schaden.

Seeding Alliance: Wie schätzen Sie die Akzeptanz von Native Advertising bei den Nutzern in Deutschland ein?
Ingo Kahnt: Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht. Dies beweisen nicht zuletzt die lange Verweildauer in den Artikeln und die hohen Konvertierungsraten auf die Kundenseiten.

Startup Stock Photos

Startup Stock Photos

pfeil_kleinEs wäre jedoch ein Missverständnis anzunehmen, dass Native Advertising allein
dadurch die Akzeptanz der Nutzer sicher ist.

Seeding Alliance: Welche Do’s and Don’ts gilt es bei Native Advertising zu beachten?
Ingo Kahnt: Der Themenwahl kommt die größte Bedeutung zu. Eine Todsünde ist, den allgemeinen PR Text einfach in Native Advertising einzusetzen. Es gilt vielmehr spannende Themen zu finden, die den Bogen von der Story zur Marke oder dem Produkt spannen. Diese müssen darüber hinaus professionell erzählt werden und den Leser packen.

pfeil_kleinAuf hochwertigen Content kommt es an. Dies bedeutet aber auch, erstmal Geld in die Hand zu nehmen. Da überlegen Geschäftsführer meist zweimal, ob sie in diese noch relativ junge Technologie investieren sollen.

Seeding Alliance: Für welche Marken eignet sich Native Advertising in erster Linie?
Ingo Kahnt: Native Advertising eignet sich grundsätzlich für alle Branchen und Marken. Der Einsatz von Native Advertising sollte sich eher an der Zielsetzung orientieren. Dabei kann das Spektrum von Awareness bis Leadgenerierung gehen. Lediglich Hard Selling hat im Native Advertising Grenzen, da die Glaubwürdigkeit in der Regel niedriger ist.

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pfeil_kleinNative Advertising eignet sich also für viele Geschäftsfelder und für die langfristige Generierung von Kunden.
Grundlage wird dabei immer hochwertiger Content sein.

Seeding Alliance: Wenn Sie die Medienwelt im Jahr 2020 beschreiben würden, welche Rolle wird Native Advertising, im Vergleich zu klassischen Display-Ads, für Ihr Unternehmen einnehmen?
Ingo Kuhnert: Es wird einen Paradigmenwechsel geben. Display Ads werden 2020 nur noch für wenige zielgerichtete Aufgaben verwendet. Der Verbraucher wird es als selbstverständlich erachten, dass ihm hochqualitativer Content in nativen Umfeldern geliefert wird. Bis dahin wird es aber auch selbstverständlich sein, dass über programmatische Auslieferung und dynamische Inhalte ein hohes Maß an Personalisierung erreicht wird. Dies wird die Wirksamkeit noch einmal nachhaltig steigern.

pfeil_kleinDas junge Feld des Native Advertisings wird auch in Zukunft mit intelligenten Lösungen zur Kundenbindung überzeugen. Damit ist es keinesfalls ein kurzfristiger Trend, sondern wird sich durch die Vernetzung mit anderen Technologien und konstant hochwertigem Content von klassischen Marketingmaßnahmen abgrenzen und sich im Online-Marketing Geschäft behaupten.